Tsus Fazit:

Ich hätte mir nicht träumen (Ha!) lassen, dass ich diesen Klassiker des Horrorfilmgenres aus dem Jahre 1984 noch einmal auf einer großen Kinoleinwand sehen darf. Diese Überraschung hat mir wirklich ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und dafür gesorgt, dass ich Halloween 2015 so schnell nicht vergessen werde. Dieser Kinoabend war einfach toll!

Ab der ersten Minute hatte mich die Leinwand in ihren Bann gezogen. Gute alte Handarbeit von Maskenbildnern, Stuntmen und Special Effects-Crew spendierten mir eine angenehme Gänsehaut und ein Lächeln zugleich. Statt CGI und 3D-Effekten gibt es literweise Kunstblut, aber in weniger Szenen als ich persönlich in Erinnerung hatte. Der Aufhänger der gesamten Nightmare-Serie mit der Gefahr im Traum (und damit verbunden auch der mögliche Verzicht auf eine entlegenere Lokation wie in anderen Horrorfilmen) ist ein Geniestreich von Wes Craven.

Man kann sich noch stundenlang darüber unterhalten, welche Szenen denn nun Traum und welche denn nun Realität sind. Wenn ich mir meine Version so zurecht lege, dass sich wirklich nur die letzten 20 Minuten in der Realität abspielen, dann habe ich auch (m)eine Erklärung für die teilweise doch eher trashigen Dialoge! Freddy der sich durch die Wand drückt, der Besuch in der Badewanne, der Heizungskeller, die Blutfontäne … unvergessliche Szenen für ein ganzes Genre! Der Kontrast der 80er zu unserer heutigen Zeit ist noch eine nette Dreingabe…

“Meine Damen und Herren, es ist 12 Uhr und damit beenden wir unser TV Programm” … und ich dieses Fazit! Absolut empfehlenswert!

Clawdeens Fazit:

Einen so kultigen Film wie diesen im Kino zu sehen, das hat schon was, definitiv. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich mich abseits der Endszenen kaum noch an den ersten Teil erinnern konnte. Mein Einstieg in die Elm Street-Reihe liegt ja nun auch schon über 25 Jahre zurück, und tatsächlich haben mich damals eher die komödiantischen Elemente und Freddys coole Sprüche in den späteren Filmen begeistert. Genau die haben mir bei diesem ersten Teil im Rahmen des Nostalgieausfluges auch ein bisschen gefehlt, weshalb ich vielleicht ein bisschen kritischer mit dem Film umgehe.

So sind mir vor allem abstruse Bewegungen, von überkandidelt dargestellten Müttern und seltsamen Fluchten, bei denen die Darsteller eher zeitlupenartig halb auf der Stelle laufen, und die echt nervige „Dramaturgie“ in den Texten aufgefallen. „Hysterie“ fänd ich ja als Begriff da an sich passender, und da ich ein sehr auditiver Mensch bin, haben mir da schon ein bisschen die Ohren geblutet. Vor allem das Gequassel der Protagonistin Nancy Thompson ging mir auf den Zeiger, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie von Dorette Hugo synchronisiert wurde – und die gehört für mich als Jennifer Connelly in „Die Reise ins Labyrinth“ (1986), und nicht zu Freddy. Ja, schon seltsam, welche Verknüpfungen im Hirn so bestehen und wie leicht die zu stören sind. Dass Detlef Bierstedt (dt. Stimme von z.B. George Clooney) als Stimme von Freddy keinen Wiedererkennungswert hat, liegt vermutlich vor allem daran, dass Freddy Krueger im ersten Teil außer platten Sätzen wie „Jetzt werde ich dich töten!“ noch nicht viel zu sagen hatte.

Bei allen Kritikpunkten bleiben aber immer noch der Kultfaktor an sich, das Gesamtpaket des Freddy Krueger und jede Menge Nostalgie. Maskenbildnerisch ist der Film tatsächlich echt cool, auch wenn das wieder mit den übetriebenen Blutfontänen zusammenkracht. Und selbst für die Ohren gibt es Highlights, denn Nicholas Böll (hat z.B. Emilio Estevez oft seine Stimme geliehen – aber auch Karl Urban *lechz* in „Riddick“ und „Doom“) als Stimme von Johnny Depp erkennt man deutlich wieder, und Jürgen Kluckert  (Stimme von z.B. Morgan Freeman und Chuck Norris) als Stimme von Nancys Papa hat mir ebenfalls wohlige Schauer über den Rücken gejagt.

Mein Highlight-Zitat: <Entsetzter Blick des Teenies in den Spiegel> „Gott, ich seh aus wie 20!“

Bleibt festzuhalten: Wir müssen uns dringend und bald mal alle anderen Freddy-Filme ansehen – am besten am Stück!